OÖVP-Kirchmayr & Langer-Weninger : EU braucht praktikablere Lösungen zur Regulierung von Wolfspopulation

Effektives Wolfsmanagement zum Schutz von Alm- und Forstwirtschaft, Tourismus und zur Sicherheit des Menschen.

Der Wolf bedroht nicht nur die landwirtschaftlichen Nutztiere, sondern die gesamte Alm- und Bergbauernwirtschaft mit unabsehbaren Folgen für die Kulturlandschaft und in der Folge auch den Tourismus. Mit mittlerweile über 20.000 Wölfen in Europa ist der strenge EU-Schutzstatus für den Wolf nicht mehr gerechtfertigt und sollte sich auf die Gesamtpopulation beziehen. Zudem ist die hohe Vermehrungsrate bei Wölfen zu berücksichtigen, da sich die Population alle drei Jahre nahezu verdoppelt.

„In den vergangenen zwei Jahren haben sich in unmittelbaren Nachbarregionen unseres Bundeslandes 15 bis 20 Wölfe niedergelassen und damit steigen auch die Begegnungen mit Mensch und Nutztieren bzw. Risse in unserem Bundesland. Wir bekennen uns natürlich zum Schutz des Wolfes, jedoch ist die geltende Regelung des Schutzstatus weder praktikabel noch zielführend.“, erklärt OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr den Hintergrund des Antrages.

Landwirtschaftskammerpräsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger verlangt neben dem Schutz des Menschen vor allem Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Alm- und Weidewirtschaft: „Es braucht für das künftige Wolfsmanagement eine neue Interessensabwägung. Gerade die Alm- und Weidewirtschaft ist die zentrale Grundlage für eine hohe Biodiversität und gleichsam eines der Premiumsegmente der österreichischen Agrarproduktion sowie die natürlichste Form der Nutztierhaltung. Insbesondere der Biolandbau ist auf die Auslauf- und Weidehaltung geradezu existenziell angewiesen. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass zentrale agrarpolitische und gesellschaftliche Ziele zur Sicherheit der Bergbauern – und Almwirtschaft sowie die generelle Ausweitung der Weidewirtschaft einer unkontrollierten Ausbreitung des Wolfes geopfert werden sollen. Wir brauchen daher dringend ein wirksames überregionales Wolfsmanagement, dass bei einer Gefährdung von Menschen oder Nutztieren auch die Entnahme von Wölfen ermöglicht“.

„Die Notwendigkeit eines soliden Wolf-Managements sollte politische Priorität haben. Es braucht aus unserer Sicht eine Änderung der EU-Rechtsnormen. Wir fordern daher eine adäquate Bestandskontrolle, um Menschen und landwirtschaftliche Nutztiere zu schützen und weitere Schäden einzudämmen.“, so beide abschließend.