Achtlos weggeworfener Müll ist Gefahr für Mensch und Tier

Die trockenen Tage bedeuten nicht nur Badewetter, sondern auch Heuernte für die heimischen Bauern.

Leider landen über Heuschnitt auch immer häufiger Dosen bzw. Dosenreste im Futter, ein lebensbedrohliches Risiko für Tiere: „Gerät eine Aluminiumdose in die Futteraufbereitung, können kleingeschredderte Aluminiumteile im Futter zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen.“ erklärt OVP Klubobfrau Helena Kirchmayr.

 

650 Tonnen Müll landen jährlich in den Oberösterreichischen Straßengräben und verursachen Kosten iHv drei Millionen Euro. Das sogenannte Littering ist jedoch nicht nur für Straßenerhalter ein zunehmendes Problem, noch größer sind die Folgen für die Landwirtschaft. Geerntetes Heu wird entweder verunreinigt und unbrauchbar oder gar zur tödlichen Falle.

 

„Ein ähnliches Problem stellen Zigarettenstummel dar. Jede Kippe verunreinigt 1000 Liter Wasser und hat auch im Tierfutter nichts verloren. Sie verrotten auch nicht, sondern zerfallen zu Mikroplastik und landen somit auf Umwegen in unseren Körpern.“, sagt Kirchmayr und legt Zahlen auf den Tisch: 80% der 4,5 Billiarden Zigarettenfilter jährlich werden unsachgemäß entsorgt und führen nicht nur zu Ärgernis, sondern zu ernsten Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier. Für Österreich bedeutet das umgerechnet ca. 3 volle olympische Schwimmbecken  an unsachgemäß entsorgten Zigarettenstummeln.

 

„Wir wollen, dass in der längst angekündigten und überfälligen Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes das Thema Littering eine wichtige Rolle spielt. Ich sage es deutlich: Müll in die Natur zu werfen darf kein Kavaliersdelikt mehr sein.“, so Kirchmayr.

 

Unterstützung erfährt Klubobfrau Kirchmayr von ihrer Kollegin im Landtag und Präsidentin der Landwirtschaftskammer, Michaela Langer-Weninger: „Für die professionelle Straßenreinigung werden in Oberösterreich pro Jahr rund drei Millionen Euro ausgegeben, bundesweit 15 bis 20 Millionen Euro. Auf den Wiesen und Feldern müssen die Grundeigentümer selbst für die Entsorgung des Abfalles aufkommen, wenn – wie in den allermeisten Fällen – der Verursacher nicht festzustellen ist.“

Anders ist die Regelung im Wald: Die Gemeinde muss im Wald abgelagerten Abfall auf ihre Kosten entfernen, wenn der Verursacher nicht festgestellt werden kann. Eine vergleichbare Regelung kannte früher auch das OÖ Abfallwirtschaftsgesetz: Abfall, der von Dritten auf Privatgrundstücken abgelagert wurde, war auf Kosten der Gemeinde bzw. der Straßenverwaltung zu entsorgen. Langer-Weninger fordert das Abfallwirtschaftsrecht wieder entsprechend anzupassen: Die Grundstückseigentümer müssen von der Entsorgungspflicht befreit werden. „Die anfallenden Entsorgungskosten dürfen weder den Grundstückseigentümern noch den Gemeinden zufallen – dafür sind klare und nachvollziehbare Entschädigungsflüsse vom zuständigen Gesetzgeber festzulegen“, stellt LK-Präsidentin Langer-Weninger fest.

 

Kirchmayr und Langer-Weninger bedanken sich bei allen, die 2020 trotz Corona bei den  Flurreinigungsaktionen von Hui-statt-Pfui mitgemacht haben oder auf eigene Faust bei der Reinigung der Flure geholfen haben: „Die zahlreichen, freiwilligen Flurreinigungsaktionen sind keine Selbstverständlichkeit. Dafür möchten wir allen, egal ob Privatpersonen oder engagierten Vereine, herzlich danken!“

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