Integrationsklassen dürfen nicht am Bürokratiealtar geopfert werden

Alle vier Landtagsparteien setzen sich für gute Betreuung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein .

Das Ministerium hat die Zahl von zulässigen Schulversuchen stark begrenzt. Das trifft nun auch Integrationsklassen an Sonderschulen, die als Schulversuch geführt werden, mit voller Wucht.

In einer gemeinsam getragenen Initiative setzen sich alle Landtagsfraktionen für den Erhalt der Integrationsklassen ein. „Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben es schwerer im Leben. Wir wollen diese bestmöglich unterstützen und ihnen diesen wichtigen Anker, als Teil einer ganz normalen Klasse unterrichtet zu werden, nicht nehmen. Wir haben in OÖ gute Erfahrungen mit dieser Inklusion, von der alle Kinder profitieren, auf die wir weiter aufbauen wollen und die wir nicht am Bürokratiealtar der Schulverwaltung opfern wollen. Das würde niemand verstehen!“, so OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr.

In Oberösterreich werden seit mehr als 20 Jahren erfolgreich Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam an Sonderschulen unterrichtet. Da die Führung von Integrationsklassen an Sonderschulen gesetzlich nicht vorgesehen ist, muss das Modell jährlich als Schulversuch beantragt werden. Derzeit läuft der Schulversuch „Inklusive Klassen an Kompetenzzentren“ an elf Sonderschulstandorten in Oberösterreich. Durch eine Änderung des Schulorganisationsgesetzes im Vorjahr wurde allerdings die Zahl der Klassen, die als Schulversuch geführt werden dürfen, auf maximal fünf Prozent pro Bundesland begrenzt.